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Der Schimmel von Matzendorf

Matzendorf gehörte lange Zeit zur Pfarre Leobersdorf, besaß aber außerhalb des Ortes eine kleine Kirche, die im Volksmund "Hoadkirchl" hieß. Als der Ort im Jahre 1783 zur eigenen Pfarre erhoben wurde, entweihte man das "Hoadkirchl" und erbaute die derzeitige Kirche zu Ehren der hl. Radegundis. Zwischen 1830 und 1837 wurde die alte Kirche abgebrochen.

Einmal trug es sich nun zu, daß die Tür des alten "Hoadkirchls" offen stand. Ein Schimmel, der mit anderen Pferden in der Nähe graste, trennte sich plötzlich von der Herde und trabte durch die offene Tür in die Kirche hinein. Kaum war er drinnen, warf der Wind die Tür zu, so daß er nicht mehr herauskonnte.

Der Hüterbub, der weitab im Schatten des Baumes lag und behaglich vor sich hindöste, hatte davon nichts bemerkt. Auch als er abends die Herde heimtrieb, fiel es ihm nicht auf, daß ein Stück fehlte. Der Besitzer dachte zunächst, sein Schimmel habe sich in einen anderen Stall verlaufen und werde schon noch kommen. Jedoch es wurde dunkel, und der Schimmel kam nicht. Da rief der Bauer einige Leute herbei, und sie begannen das Pferd zu suchen, konnten es aber nirgends finden. Auch tags darauf blieb ihre Suche erfolglos; da glaubten die Leute, der Schimmel sei gestohlen worden.

Indessen aber stand das arme Tier in der alten, leeren Kirche und fand keinen Ausweg. Von Hunger geplagt, nagte es an der Glockenschnur, und jedesmal, wenn es daran knabberte und zerrte, läutete das Glöcklein.
Ein paar Tage und Nächte hindurch war das Gebimmel zu hören. Die Matzendorfer wußten sich die Töne nicht zu erklären. Eine abergläubische Furcht hielt sie davor zurück, das alte Kirchlein zu betreten.

Als das Geläute endlich verstummte, fanden sich einige beherzte Männer dazu bereit, Nachschau zu halten. Vorsichtig öffneten sie die Tür einen Spalt und guckten hinein.

Da sahen sie den Schimmel verendet in der Kirche liegen.
©Copyright: GSchra - Mag. Gerhard Schrammel